Kinder forschen. Kinder erinnern.


Von Birkenwerder nach Fürstenberg – Flucht, Zwang und Verfolgung an der Nordbahn

In dem umfangreichen Projekt „Von Birkenwerder nach Fürstenberg – Flucht, Zwang und Verfolgung an der Nordbahn. Kinder forschen, Kinder erinnern“ im Rahmen des Förderprogramms „MemoRails: Halt! Hier wird an NS-Geschichte erinnert“ der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (EVZ) forschen Kinder in Brandenburg zur Geschichte jüdischen Lebens im Nationalsozialismus und erarbeiten einen eigenen Beitrag zur Erinnerungskultur.

weitere Informationen finden Sie hier:

„Von Birkenwerder nach Fürstenberg – Flucht, Zwang und Verfolgung an der Nordbahn. Kinder forschen, Kinder erinnern“

Projektseite bei der EVZ

Die Kindheit von Ruth Winkelmann

In einem Ferienprojekt Die Kindheit von Ruth Winkelmann erforschten Kinder aus Brandenburg die Lebensgeschichte der Holocaust-Überlebenden Ruth Winkelmann und setzten sich mit dem Alltag jüdischer Kinder im Nationalsozialismus auseinander. Sie begegneten der Zeitzeugin, besuchten Orte ihrer Lebensgeschichte sowie Orte jüdischen Lebens in der Gegenwart und produzierten einen eigenen Film.

Preise:

JIM Filmfestival Brandenburg 2025

1. Platz – Dokumentation 12 – 16 Jahren

Laudatio

Ich habe in diesem Wettbewerb viele Filme gesehen, und darunter gab es Filme, die nicht laut werden mussten, um gehört zu werden. Aber es gab einen, der mich tief getroffen hat. „Die Geschichte von Ruth Winkelmann“ . Der Film erzählt von Verfolgung, Angst, Verlust – und von dem Mut eines Kindes, das überlebt hat. Und er tut das mit einer Schlichtheit, die nicht arm ist, sondern klar ist – in den Fakten, in der Haltung, in der Emotion.

Es wurde in der Jury die Frage diskutiert, ob diese „leichte“ Form der Schwere des Stoffes überhaupt angemessen sei. Für mich ist die Antwort eindeutig: Wenn wir Angemessenheit nur so definieren, dass schwere Geschichten ausschließlich in schwerer Form erzählt werden dürfen, hätten Chaplins Der Diktator und Lubitschs Sein oder Nichtsein nie entstehen dürfen. Und das
wäre ein Verlust.

Ihr, liebe Macher dieses Film, habt etwas scheinbar Leichtes gemacht, aber in Wirklichkeit habt ihr es euch überhaupt nicht leicht gemacht. Denn ihr habt das Schwere aufgenommen, habt es verstanden, habt es dann in eure eigene Form gesetzt.

Was ihr getan habt, ist bemerkenswert: Ihr erzählt, ohne zu überfrachten. Ihr stellt eine dramatische Geschichte nach, ohne zu dramatisieren. Ihr habt zugehört, ohne euch in den Vordergrund zu stellen. Ihr habt mit Empathie und Augenmaß gearbeitet – und damit etwas geschaffen, was andere, auch ganz andere! verstehen können.

Und deshalb spreche ich euch jetzt direkt an, und ich hoffe, ich habe alle Namen im Abspann richtig gelesen – wenn nicht, verzeiht: Remo, Emil, Gretchen, Nico, Mia, Angela, Elli, Mateo, Tilawad, Till, Matvi, Emillia, Amelie, Ben-Luca, Lindsay, Karam und Adam – ihr habt einen Film geschaffen, der zeigt, wie junge Menschen Geschichte begreifen und Verantwortung übernehmen können. Jede und jeder von euch hat dazu beigetragen, dass dieser Film nicht nur informiert, sondern berührt. Ich finde ihn herzzerreißend, trotzdem Mut machend, auf doppelte Weise – denn die Geschichte von Ruth Winkelmann ist sowohl herzzerreißend als auch Mut machend, und Euer Film darüber ist es auch.

Ein Wort an den Verein Schlaglicht e.V.: Ihr beweist seit Jahren, wie Medienpädagogik aussehen kann, wenn sie Kindern nicht nur Technik beibringt, sondern Haltung, Neugier und den Mut, schwierige Themen anzufassen. Danke dafür.

„Die Geschichte von Ruth Winkelmann“ ist ein stiller Film, aber er ist deutlich und wird gehört werden. Und dafür zeichnen wir euch heute aus.


Andreas Hahm-Gerling

Medienanstalt Berlin Brandenburg 2025

Das Projekt wurde vom mabb mit dem Anerkennungspreis „Medienkompetenz stärkt Brandenburg“ ausgezeichnet.

Jugendforum denk!mal 2026

Beim Jugendforum denk!mal 2026 wurde der Film „Die Kindheit von Ruth Winkelmann“ mit dem Preis für das beste Grundschulprojekt ausgezeichnet.

Keine Schule, kein Haustier, kein … – Alltag jüdischer Kinder im Nationalsozialismus

In dem Projekt „Keine Schule, kein Haustier, kein … – Alltag jüdischer Kinder im Nationalsozialismus“ setzten sich Kinder aus Brandenburg anhand biografischer Quellen mit den Lebensgeschichten jüdischer Menschen während des Nationalsozialismus auseinander. Sie erforschten die Geschichte ihrer eigenen Gemeinde und erstellten eigene Erklärfilme.

Preise:

Franz-Bobzien-Preis

Für dieses Projekt wurde Schlaglicht e.V. im Jahr 2020 mit dem Franz-Bobzien-Preis ausgezeichnet. Die Jury würdigte insbesondere den altersgerechten Zugang zum Thema Nationalsozialismus sowie die aktive Auseinandersetzung von Grundschulkindern mit jüdischen Lebensgeschichten und lokaler Geschichte.